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Zensiert! Verboten! Geheimgehalten! Nachrichten und Kommentare zur Zensur in Deutschland.

5.10.2005 - Achtung!

WIR SIND UMGEZOGEN: www.zensurblog.de

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23.9.2005 - Blutiges Theater



Heftige Proteste der Zuschauer haben dazu geführt, dass ein Bühnenbild des provokanten Künstlers Hermann Nitsch mit sofortiger Wirkung aus der Staatsoper in Wien entfernt wurde. Nitsch, der bereits mehrfach mit ungewöhnlichen Aktionen und Ausstellungen bspw. mit gebrauchten Damenbinden auffiel, sprach von einem Akt der Zensur. Nach der Vorstellung eines Diaghilew-Abends am 11. September 2005 quittierte das Publikum mit lauten Buh-Rufen das Bühnenbild dieser Aufführung. Die Ballettdirektion unter Gyula Harangozo beschloß daraufhin sich von Hermann Nitschs Bühnenbild zu "Le Renard" zuverabschieden. Nitsch entgegnete diesem Eingriff in sein künstlerisches Schaffen mit den Worten ""Ich frage mich, was man eigentlich von Theater erwartet, doch nicht Gemütlichkeit und Langeweile. Theater muss betreffen, aufwühlen, Katharsis bewirken! Sehr wohl soll unter Umständen im Theater Zuschauern übel werden. Das gehört zum Wesen des Theaters"
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22.9.2005 - Pornofilm auf dem Oktoberfest



In der bayerischen Landeshauptstadt München kam es zu einem pikanten Zwischenfall. Die Polizei hat heute auf dem Oktoberfest die Produktion eines Pornostreifens gestoppt. Ein 25-jähriger und 30-jähriger Mann fotografierten und filmten eine 21-jährige Krankenschwester, während sie sich in einer Riesenradgondel mit einem Sexspielzeug selbst befriedigte. Umstehnde Touristen fanden das jedoch nicht amüsant und riefen die Ordnungshüter herbei, die anschließend die 3 Beteiligten verhaftete und nach der Beschlagnahmung der technischen Geräte wieder auf freien Fußsetzte. Die Ergebnisse der Arbeit werden daher nicht zu einer Veröffentlichung gelangen.
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22.9.2005 - Verbot als Marketingfälschung



Das Informationsportal für Computerspiele 4players.de veröffentlichte heute einen Bericht über Zensurmaßnahmen der Regierung des afrikanischen Landes Mauranien, die im PC-Spiel "Paradise" ihr Land in einem schlechten Licht dargestellt sehen. Der Hersteller des Spiels Micro Application hat diesbezüglich einen Brief des Kulturattachés des Landes erhalten. Daraufhin wehrte sich der Spielehersteller mit einer Pressemitteilung in der es heißt: "Das Team von Micro Applications hat das Schreiben des Kulturattachés umgehend an die UNO, Joschka Fischer und die Titanic weitergeleitet. Außerdem hat man mit der mauranischen Botschaft in Deutschland Kontakt aufgenommen und darauf hingewiesen, dass das Unternehmen keinesfalls bereit ist, Druck von außen und Zensur zu akzeptieren. Das Spiel Paradise wird daher wie vorgesehen Anfang 2006 erscheinen."

Soweit so gut. Der Redaktion des Zensurblogs recherchierte etwas genauer und stellte schnell fest, das es sich bei dieser "Zensuraktion" um eine Fälschung handelt. Weder das Land Mauranien existiert, noch ist der auf einigen Internetseiten abgedruckte Brief des Kulturattachés echt. Es handeltsich hierbei lediglich um eine Marketingaktion, die das Computerspiel bekannt machen und erfolgreich vermarkten soll. Dennoch findet sich der Bericht ungeprüft und ohne Hinweis auf eine Fälschung über das vermeintliche Spieleverbot auf diversen Nachrichtenseiten im Internet...
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21.9.2005 - Die Zensur ist der falsche Weg



Ob Eminem oder Marily Manson, während einer Tagung zum Thema Musik und Jugendgewalt in Gronau warnte Prof. Wilfried Breyvogel von der Universität Duisburg-Essen die Öffentlichkeit vor einer übertrieben Bewertung von Gewaltinhalten in Musikstücken. Mit Verboten und zensorischen Einschnitten von aggressiven, gewaltverherrlichenden Texten könne man dieser Musik nicht begegnen. Laut Breyvogel sei es "wichtiger, dass sich Lehrer und Erzieher intensiv mit umstrittenen Titeln auseinandersetzen, um die Symbolik hinter den Texten zu verstehen." Vorallem in Großstädten seien die heutigen Lebensumstände von Jugendlichen komplex und zum Teil aggressiv. HipHop zum Beispiel ist eine teilweise sehr gelungene Form, um diese Erfahrungen aufzugreifen und zu verarbeiten." erklärte Breyvogel. "Das Musik mit Themen wie Prostitution, Sexualität oder Gewalt provozieren will, kennen wir seit Jahrzehnten." Das Problem liege darin, dass Erwachsene die Inhalte wörtlich nehmen. Hier gibt es eine Broschüre zur Tagung...
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20.9.2005 - Indiziertes Album der Ärzte

Am 21. Oktober dieses Jahres ist es soweit: das 1984er indizierte Album "Debil" der Berliner Musikband Die Ärzte erscheint in einer Neuauflage unter dem Titel "Devil". 3 Jahre nach Ersterscheinung, im Jahr 1987, entschied sich die Bundesprüfstelle, das Album in das Verzeichnis der jugendgefährdenden Medien aufzunehmen. Grund waren unter anderem Tittel wie "Claudia hat ´nen Schäferhund" und das berüchtigte "Schlaflied". Nach damaliger Auffassung waren die Texte der Songs geeignet, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren. Hier kann man den Tonträger vorbestellen.
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19.9.2005 - Jahrestagung der Prüfstelle


Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hält in der Zeit vom 22.9. bis 23.9. 2005 ihre diesjährige Jahrestagung in Hannover ab. Die Behörde hat sich u. a. zum Ziel gesetzt "jugendgefährdende Medien auf Antrag von Jugendministerien und -ämtern und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bzw. auf Anregung anderer Behörden und aller anerkannten Träger der freien Jugendhilfe strafbewehrten Verboten zu unterwerfen, damit sie nur noch Erwachsenen, nicht aber Kindern oder Jugendlichen zugänglich sind." Damit ist die BPjM in entsprechende Indizierungsverfahren involviert, die uneingeschränkte Altersfreigaben, eingeschränkte Altersfreigaben oder gar Verbote aussprechen. Die teilnehmeroffenen Veranstaltungen der diesjährigen Jahrestagung beschäftigen sich u. a. mit Fragen der Filterung von indizierten Internetangeboten, die Indizierungspraxis und ihre Umsetzung, Bewertung von Musikvideos. So gesehen ist der BPjM auch zukünftig an Zensurmöglichkeiten insbesondere in den neuen Medien stark interssiert.
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16.9.2005 - Zensierter Wahlkampf?!


Im Endspurt des Wahlkampfes zur vorgezogenen Bundestagswahl am 18.09.2005 gehen die politischen Disskusionen insbesondere im Internet noch einmal in eine heiße Phase. Auch die Themen Zensur, Verbote und Geheimhaltung werden kontrovers erörtert. Das Wahlspotting Blog beschäftigt sich unter anderem mit den zensorischen Eingriffen auf Webseiten der CDU/CSU. Dort ist eine Dokumentation zu finden, wie die Partei mit kritischen Beiträgen umgeht. Es wird dargelegt, das die CDU/CSU nicht nur beleidigende sondern auch seriöse kritische Kommentare löscht. Insbesondere Meinungen und Fragen zum Versenden von 300.000 Wahlwerbe E-Mails durch die Partei werden nicht selten zensiert.

Wie wir öfters berichteten, kann man insgesamt feststellen, dass besonders konservative Lager des politischen Lebens Vorwürfen ausgesetzt sind, die ihnen eine Zensur von Inhalten nachsagen. Linke Parteien und Organisationen wurden im Budestagswahlkampf  2005 seltener der Zensur bezichtigt. Vorallem den Grünen wird in diversen Blogs ein durchaus großzügiger Umgang mit der Meinungsfreiheit nachgesagt.

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15.9.2005 - Angriffe auf die (Presse) Freiheit

In einem Artikel des Informationsdienstes Telepolis wird die jüngste Aktion gegen das Polit-Magazin "Cicero" als weiterer Angriff auf die Pressefreiheit in Deutschland beschrieben. Das Portal bereichtet über diverse Fälle unrechtmäßiger Verstöße von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Journalisten. Der Cicero-Vorfall sei nur einer von vielen der letzten Jahre. Bereits Anfang Dezember 2003 wurden die Büroräume des Dortmunder Journalisten Ulrich Sander durchsucht und Festplatten beschlagnahmt. Sander, der in Nordrhein-Westfalen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) vorsteht, wurde Urkundenfälschung vorgeworfen. Anfang Juni dieses Jahres wurden zwei weitere polizeilicheVerstöße gegen die Pressefreiheit publik. Nachdem der Münchner Journalist Nikolaus Brauns eine Versammlung der NPD in München beobachtet hatte, stand in derselben Nacht der Staatsschutz vor seiner Tür. Nur wenige Tage nach dem Münchner Fall durchsuchte die Polizei in Bochum frühmorgens die Wohnungen mehrerer Redakteure des Internetportals LabourNet. Hier lautete der Vorwurf ebenfalls auf Urkundenfälschung.
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14.9.2005 - Razzia wegen Geheimnisverrates



Das deutsche Magazin für politische Kultur "Cicero" erhielt am Montagmorgen Besuch von Vertretern der Staatsanwaltschaft und des Bundeskriminalamtes. Der Vorwurf: Beihilfe zum Geheimnisverrates. Die Beamten brachten einen halben Tag lang die redaktionelle Arbeit des in Potsdam ansässigen Magazins durcheinander. Was war passiert? Bruno Schirra, Nahost-Reporter von "Cicero", recherchiert und verfasste einen Beitrag im Magazin über "den gefährlichsten Mann der Welt", den Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi. Im Bericht heißt es: "Der von den USA gejagte Terrorist Sarkawi bereitet nach Informationen westlicher Geheimdienste einen Terroranschlag mit chemischen Kampfstoffen in Europa vor. "Irgendwann werden wir hier in Europa den Big Bang haben, und Sarkawi wird ihn organisiert haben", sagte ein Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) dem Politikmagazin "Cicero". Wie weit Abu Mussab el Sarkawis Versuche gediehen seien, sei bislang unklar. "Wir wissen nur, dass er daran arbeitet", sagte ein Geheimdienst-Mitarbeiter dem Magazin zufolge. Dieser Bericht nennt Geheime Quellen des Bundesnachrichtendienstes, denn Schirra zitiert in seinem Bericht aus Akten des BKA, die den Vermerk "VS - nur für den Dienstgebrauch" tragen. Interessant nur, dass die Veröffentlichung der Interna im April nicht gestört hat. Erst jetzt hat das BKA Anzeige erstattet und sieht einen Geheimnisverrat vorliegen, der den Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik widerspricht.
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"Eine Zensur findet nicht statt" (Artikel 5 des Grundgesetzes). Das wir dennoch nicht alles hören, sehen oder lesen dürfen, wird in diesem Weblog beschrieben. Hier finden Sie aktuelle Nachrichten und Kommentare zum Thema Verbote und Zensur in Deutschland. Jeder kann sich zu den einzelnen Beiträgen äußern. Dieser Informationsbereich ist Bestandteil des virtuellen Museums "CENSURA", einer kulturhistorischen Sammlung zur Geschichte der Zensur. Weitere Infos erhalten Sie unter www.zensurmuseum.de (die Seite des Zensurmuseums wird momentan überarbeitet, wir bitten um Ihr Verständnis).

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