22.9.2005 - Pornofilm auf dem Oktoberfest |

In der bayerischen Landeshauptstadt München kam es zu einem pikanten Zwischenfall. Die Polizei hat heute auf dem Oktoberfest die Produktion eines Pornostreifens
gestoppt. Ein 25-jähriger und 30-jähriger Mann fotografierten und
filmten eine 21-jährige Krankenschwester, während sie sich in einer
Riesenradgondel mit einem Sexspielzeug selbst befriedigte. Umstehnde
Touristen fanden das jedoch nicht amüsant und riefen die Ordnungshüter
herbei, die anschließend die 3 Beteiligten verhaftete und nach der
Beschlagnahmung der technischen Geräte wieder auf freien Fußsetzte. Die
Ergebnisse der Arbeit werden daher nicht zu einer Veröffentlichung
gelangen.
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22.9.2005 - Verbot als Marketingfälschung |

Das Informationsportal für Computerspiele 4players.de veröffentlichte heute einen Bericht über Zensurmaßnahmen der Regierung des afrikanischen Landes Mauranien, die im PC-Spiel "Paradise" ihr Land in einem schlechten Licht dargestellt sehen. Der Hersteller des Spiels Micro Application
hat diesbezüglich einen Brief des Kulturattachés des Landes erhalten.
Daraufhin wehrte sich der Spielehersteller mit einer Pressemitteilung
in der es heißt: "Das Team von Micro Applications hat das Schreiben des
Kulturattachés umgehend an die UNO, Joschka Fischer und die Titanic
weitergeleitet. Außerdem hat man mit der mauranischen Botschaft in
Deutschland Kontakt aufgenommen und darauf hingewiesen, dass das
Unternehmen keinesfalls bereit ist, Druck von außen und Zensur zu
akzeptieren. Das Spiel Paradise wird daher wie vorgesehen Anfang 2006
erscheinen." Soweit
so gut. Der Redaktion des Zensurblogs recherchierte etwas genauer und
stellte schnell fest, das es sich bei dieser "Zensuraktion" um eine
Fälschung handelt. Weder das Land Mauranien existiert, noch ist der auf
einigen Internetseiten abgedruckte Brief des Kulturattachés echt. Es
handeltsich hierbei lediglich um eine Marketingaktion, die das
Computerspiel bekannt machen und erfolgreich vermarkten soll. Dennoch
findet sich der Bericht ungeprüft und ohne Hinweis auf eine Fälschung
über das vermeintliche Spieleverbot auf diversen Nachrichtenseiten im
Internet...
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21.9.2005 - Die Zensur ist der falsche Weg |

Ob Eminem oder Marily Manson, während einer Tagung zum Thema Musik und Jugendgewalt
in Gronau warnte Prof. Wilfried Breyvogel von der Universität
Duisburg-Essen die Öffentlichkeit vor einer übertrieben Bewertung von
Gewaltinhalten in Musikstücken. Mit Verboten und zensorischen
Einschnitten von aggressiven, gewaltverherrlichenden Texten könne man
dieser Musik nicht begegnen. Laut Breyvogel sei es "wichtiger, dass
sich Lehrer und Erzieher intensiv mit umstrittenen Titeln
auseinandersetzen, um die Symbolik hinter den Texten zu verstehen."
Vorallem in Großstädten seien die heutigen Lebensumstände von
Jugendlichen komplex und zum Teil aggressiv.
HipHop zum Beispiel ist eine teilweise sehr gelungene Form, um diese
Erfahrungen aufzugreifen und zu verarbeiten." erklärte Breyvogel. "Das
Musik mit Themen wie Prostitution, Sexualität oder Gewalt provozieren
will, kennen wir seit Jahrzehnten." Das Problem liege darin, dass
Erwachsene die Inhalte wörtlich nehmen. Hier gibt es eine Broschüre zur Tagung...
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19.9.2005 - Jahrestagung der Prüfstelle |

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)
hält in der Zeit vom 22.9. bis 23.9. 2005 ihre diesjährige Jahrestagung
in Hannover ab. Die Behörde hat sich u. a. zum Ziel gesetzt
"jugendgefährdende Medien auf Antrag von Jugendministerien und -ämtern
und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bzw. auf Anregung
anderer Behörden und aller anerkannten Träger der freien Jugendhilfe
strafbewehrten Verboten zu unterwerfen, damit sie nur noch Erwachsenen,
nicht aber Kindern oder Jugendlichen zugänglich sind." Damit ist die
BPjM in entsprechende Indizierungsverfahren involviert, die
uneingeschränkte Altersfreigaben, eingeschränkte Altersfreigaben oder
gar Verbote aussprechen. Die teilnehmeroffenen Veranstaltungen der diesjährigen Jahrestagung
beschäftigen sich u. a. mit Fragen der Filterung von indizierten
Internetangeboten, die Indizierungspraxis und ihre Umsetzung, Bewertung
von Musikvideos. So gesehen ist der BPjM auch zukünftig an
Zensurmöglichkeiten insbesondere in den neuen Medien stark interssiert.
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16.9.2005 - Zensierter Wahlkampf?! |
 Im
Endspurt des Wahlkampfes zur vorgezogenen Bundestagswahl am 18.09.2005
gehen die politischen Disskusionen insbesondere im Internet noch einmal
in eine heiße Phase. Auch die Themen Zensur, Verbote und Geheimhaltung
werden kontrovers erörtert. Das Wahlspotting Blog beschäftigt sich unter anderem mit den zensorischen Eingriffen auf Webseiten der CDU/CSU. Dort ist eine Dokumentation zu finden, wie die Partei mit kritischen Beiträgen
umgeht. Es wird dargelegt, das die CDU/CSU nicht nur beleidigende
sondern auch seriöse kritische Kommentare löscht. Insbesondere
Meinungen und Fragen zum Versenden von 300.000 Wahlwerbe E-Mails durch
die Partei werden nicht selten zensiert.
Wie wir öfters berichteten,
kann man insgesamt feststellen, dass besonders konservative Lager des
politischen Lebens Vorwürfen ausgesetzt sind, die ihnen eine Zensur von
Inhalten nachsagen. Linke Parteien und Organisationen wurden im
Budestagswahlkampf 2005 seltener der Zensur bezichtigt. Vorallem
den Grünen wird in diversen Blogs ein durchaus großzügiger Umgang mit der Meinungsfreiheit nachgesagt.
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15.9.2005 - Angriffe auf die (Presse) Freiheit |
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In einem Artikel des Informationsdienstes Telepolis wird die jüngste Aktion gegen das Polit-Magazin "Cicero"
als weiterer Angriff auf die Pressefreiheit in Deutschland beschrieben.
Das Portal bereichtet über diverse Fälle unrechtmäßiger Verstöße von
Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Journalisten. Der Cicero-Vorfall
sei nur einer von vielen der letzten Jahre. Bereits Anfang Dezember
2003 wurden die Büroräume des Dortmunder Journalisten Ulrich Sander
durchsucht und Festplatten beschlagnahmt. Sander, der in
Nordrhein-Westfalen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –
Bund der Antifaschisten (VVN-BdA)
vorsteht, wurde Urkundenfälschung vorgeworfen. Anfang Juni dieses
Jahres wurden zwei weitere polizeilicheVerstöße gegen die
Pressefreiheit publik. Nachdem der Münchner Journalist Nikolaus Brauns
eine Versammlung der NPD in München beobachtet hatte, stand in
derselben Nacht der Staatsschutz vor seiner Tür. Nur wenige Tage nach
dem Münchner Fall durchsuchte die Polizei in Bochum frühmorgens die
Wohnungen mehrerer Redakteure des Internetportals LabourNet. Hier lautete der Vorwurf ebenfalls auf Urkundenfälschung.
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14.9.2005 - Razzia wegen Geheimnisverrates |

Das deutsche Magazin für politische Kultur "Cicero" erhielt am Montagmorgen Besuch von Vertretern der Staatsanwaltschaft und des Bundeskriminalamtes.
Der Vorwurf: Beihilfe zum Geheimnisverrates. Die Beamten brachten einen
halben Tag lang die redaktionelle Arbeit des in Potsdam ansässigen
Magazins durcheinander. Was war passiert? Bruno Schirra, Nahost-Reporter von "Cicero", recherchiert und verfasste einen Beitrag im Magazin über "den gefährlichsten Mann der Welt", den Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi. Im Bericht heißt es: "Der
von den USA gejagte Terrorist Sarkawi bereitet nach Informationen
westlicher Geheimdienste einen Terroranschlag mit chemischen
Kampfstoffen in Europa vor. "Irgendwann werden wir hier in Europa den
Big Bang haben, und Sarkawi wird ihn organisiert haben", sagte ein
Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) dem
Politikmagazin "Cicero". Wie weit Abu Mussab el Sarkawis Versuche
gediehen seien, sei bislang unklar. "Wir wissen nur, dass er daran
arbeitet", sagte ein Geheimdienst-Mitarbeiter dem Magazin zufolge.
Dieser Bericht nennt Geheime Quellen des Bundesnachrichtendienstes,
denn
Schirra zitiert in seinem Bericht aus Akten des BKA, die den Vermerk
"VS - nur für den Dienstgebrauch" tragen.
Interessant nur, dass die Veröffentlichung der Interna im April nicht
gestört hat. Erst jetzt hat das BKA Anzeige erstattet und sieht einen
Geheimnisverrat vorliegen, der den Sicherheitsinteressen der
Bundesrepublik widerspricht.
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HERZLICH WILLKOMMEN!
"Eine Zensur findet nicht statt" (Artikel 5 des Grundgesetzes). Das wir dennoch nicht alles hören, sehen oder lesen dürfen, wird in diesem Weblog beschrieben. Hier finden Sie aktuelle Nachrichten und Kommentare zum Thema Verbote und Zensur in Deutschland. Jeder kann sich zu den einzelnen Beiträgen äußern. Dieser Informationsbereich ist Bestandteil des virtuellen Museums "CENSURA", einer kulturhistorischen Sammlung zur Geschichte der Zensur. Weitere Infos erhalten Sie unter www.zensurmuseum.de (die Seite des Zensurmuseums wird momentan überarbeitet, wir bitten um Ihr Verständnis).
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